 | ritzen
| | Die Inszenierung Ritzen erzählt aus der beängstigenden Erlebniswelt eines jungen Mädchens.Die Jugendliche schneidet sich mit dem Rasiermesser die Haut auf und überträgt den Akt der Selbstverletzung mit einer Web-Cam ins Internet. Ein verzweifelter Hilfeschrei nach Liebe, Anerkennung und Freiheit. Das Stück von Walter Kohl ist poetisch und präzise. Es entwirft das intensive Szenario einer menschenfeindlichen Welt, in der die Kommunikation von Mensch zu Mensch nicht mehr hoch im Kurs steht. Der Regisseur Branko Šimić erhielt für seine Inszenierung mit der 18-jährigen Schauspielerin Gloria Brillowska den Nachwuchspreis für Theaterregie der Hamburgischen Kulturstiftung. Interview mit Branko Šimić
- Auf die Arbeit "Ritzen" des österreichischen Journalisten, Schriftstellers und Dramatikers Walter Kohl bist Du eigentlich zufällig aufmerksam geworden. Was ist passiert?
Damals 2001 war es die Kampnagel Dramaturgin Eva Maria Stüting, die diesen Text sozusagen entdeckt hat. Wir haben darüber gesprochen und dann bekam ich von Kampnagel das Angebot, das Stück für das Festival "Zeig mir Dein Fleisch" zu inszenieren, wo internationale "Highlights" als Gastspiele eingeladen waren. "Ritzen" war gedacht, als kleiner Beitrag zu diesem Festival. Zunächst klein gedacht, dann aber in den Reaktionen äußerst positiv angenommen, ist diese Inszenierung zu einer sehr wichtigen Arbeit für mich geworden.
- Kohl kommt aus dem Journalismus, hat mit "Katzengras" - Die Geschichte eines Alkoholikers oder "Ich fühle mich nicht schuldig" über den Euthanasiearzt Georg Renno Themen von schonungsloser Authentizität und Realität. Betrittst Du damit inhaltliches Neuland?
Diese Texte auf Grundlage sehr realistischer und faktischer Inhalte interessieren mich sehr. Ich kenne nicht alle Arbeiten Walter Kohls im Detail, aber in "Ritzen" wird die Authentizität absolut spürbar, geradezu greifbar. Man merkt einfach, wie genau er recherchiert hat. Das ist für meine Arbeit, den szenischen Prozess sehr hilfreich. Man muss nicht viel suchen, der Text hat eine ganz klare Linie. Insofern hilfreich. Allerdings: Realität kommt hier praktisch aus zweiter Hand zum Tragen. Es geht nicht um bloße Berichterstattung, Kohl hat sehr wohl einen literarischen Anspruch.
- Dein allererster Eindruck des Kohl Textes "Ritzen" war ...
Im ersten Moment war ich ziemlich verwirrt ? wusste über das Thema einfach nicht sehr viel. Was mich aber sofort beeindruckt hat war die Knappheit, diese einfachen Sätze und bestimmte Wiederholungstechniken. Wie bei jedem Text habe ich bei diesem ? aber in ganz besonderem maße ? über Theatralität nachgedacht. Das ist schwer ? die Selbstdarstellung der Person, das Internet ? es ist keine Form von Raum definiert. Ein verlorenes, einsames Irgendwo. Ich habe mich intensiv damit beschäftigt, wie man diese Internet-Hintergründe theatralisieren kann. Internet an sich ist ... ? sozusagen ein äußerst untheatrales Medium. Dieses Medium mit bestimmten Zeichen zu dynamisieren, war mein spontaner Gedanke. Deshalb der riesige Bildschirm, die Mikros und so weiter auf der Bühne. All das ist die theatrale Übersetzung eines Mediums, das an sich sehr passiv ist. Und Theater ist bekanntlich eine Aktion.
- Was hat Dich daran besonders fasziniert?
Die Knappheit und der Minimalismus ? das war mein Augangspunkt und Thema, welches mir übrigens sehr nah gekommen ist. Vor allem durch die Arbeit mit der Schauspielerin Gloria Brillowska ? nicht zuletzt durch sie habe ich einen Zugang zu einer neuen Generation bekommen. Ich habe einfach viele Dinge erkannt und gelernt, die mir vorher nicht aufgefallen waren, die ohne eine intensive Beschäftigung beziehungsweise Zusammenarbeit nicht zum Tragen gekommen wären. Ein anderer Aspekt ist, dass ich vorher noch nie ein Jugendtheaterstück gemacht habe. Die Herausforderungen und der Reiz dieses Theaterbereichs sind sehr vielfältig.
- Reine Prosatexte oder dramatisierte Stücke, die aus journalistischer Recherche entstehen, macht das für die Regie einen grundsätzlichen Unterschied in der Herangehensweise?
Im Grunde genommen schon ? vor allem in der Vorbereitung. Wenn man sich mit einem Thema, einem Material, einer Vision beschäftigt ist die Vorbereitung ausschlagggebend. Einen dramatischen Text kann man kürzen, verändern oder was auch immer. Einen Prosatext musst du erstmal theatralisieren, dass heißt dramatisieren. Zwei völlig unterschiedliche Prozesse. Ist diese Phase abgeschlossen und man schaut die Regieprozesse an, ist der Unterschied nicht mehr so groß. Dann geht es nur noch um das entsprechende Material und die Suche nach Formen, die diese Inhalte transportieren können. Ob alles aus einem Shakespeare oder einem dramatisierten Prosatext entstanden ist, ist dann egal. Ich gehe in meiner Arbeit vom Inhalt aus und suche dann eine Form. Der umgekehrte Fall ist extrem selten. Fertige Formen, die dann gefüllt werden, kommen bei mir nicht so oft vor.
- Was wolltest Du von der Inszenierung? Was sollte sie unbedingt werden und sagen, was wolltest Du vermeiden?
Ich wollte vor allem Spannung erzeugen. Und ich wollte das Thema möglichst normal darstellen ? ohne dieses ganze Affektive und ohne erhobenen Zeigefinger, der für eine bestimmte Art von Jugendtheater charakteristisch ist. Ich wollte keinen pädagogischen Hintergrund, sondern eine authentische Sache daraus machen. Außerdem wollte ich dieses Tabu brechen: Denn damals, als wir begonnen haben, war von dem Phänomen "Ritzen" keine Rede. Durchaus ein gesellschaftliches Tabu. Erst nach der Uraufführung kam von den Medien ein enormes Feedback und eine fachliche, soziologische Auseinandersetzung mit dem Thema.
Aber natürlich gab es auch ästhetische Ziele, die mir sehr wichtig waren. Wir wollten durch Musik, Bilder und die Energie, die daraus entstanden ist, das Thema wahrhaftig darstellen.- Das Stück entsteht auf der Bühne. Wo waren die Fallen, was stellte sich als schwierig raus?
Wir hatten vor Gloria mit einer anderen Schauspielerin begonnen. Schwierig war, dass die Texte an sich nicht unbedingt eine Apriorität gehabt haben. Es ging erstmal darum rauszufinden, wie man damit umgehen kann. Diese Texte stellen eine menschliche Tragödie dar, den Grenzbereich einer Existenz ? welche Darstellungsform, welche Spielart kann man dafür finden? Als Gloria die Rolle dann übernommen hat ? ein absoluter Glücksfall ? kam diese so entscheidende Authentizität von alleine. Eine sehr gute aber für das Theater eher untypische Arbeitsweise. Gloria ist bekanntlich keine Profi-Schauspielerin ? es gab keine Diskussionen über dramaturgische Hintergründe, sondern ein ganz eigenes, authentisches und generationsbezogenes Engagement. Man hat gespürt: Das ist die neue Generation. Und man hat die Probleme dieser Generation direkt auf der Bühne geholt. Alles ist erlaubt, aber es gibt keinen Weg, um bestimmte Ideale und Lebenserwartungen zu erfüllen.
- "Ritzen" ist real. Ein Phänomen das überall, mitten unter uns existiert. Trotzdem scheint die Realität des Stücks fern, irgendwie fremdartig. Wie hast Du Zugang gefunden?
Über den Text, Musik, Gespräche, Generationsanalyse, Gesellschaftsanalyse. Ich habe viel recherchiert. Warum kommt zum Ritzen? Was ist das für ein Impuls? Dahinter steht vor allem Frustration, familiäre Bedingungen, sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung. Vor allem Mädchen ? etwa 80 Prozent ? machen das. Die konkreten Probleme der jungen Generation werden einem sehr bewusst. Wir haben uns dann entschieden, eine Art kompromissloses Spiel daraus zu machen. Die 14-jährige Fritzi versucht, mit ihrer Realität zu spielen weil sie eigentlich noch ein Kind ist. Sie befindet sich auf so einer Gratwanderung, will nicht Teil der verlogenen Gesellschaft, der ganzen Konventionen sein ? und sucht einen Weg. Das alles ist für das Alter total normal. Aber: Sie rutscht in ein Extrem, aus dem sie keinen Ausweg mehr findet.
- Wie weit kannst Du Dich, wie weit kann und soll sich der Zuschauer in die Psyche des 14-jährigen Mädchens hineinversetzen? Oder reicht der Blick von außen?
Wir haben uns schon bemüht, dass aus Text, Inszenierung unde Spielweise eine gewisse Emotionalität entsteht. Der Text hat bestimmte Qualitäten in diese Richtung. "Ritzen" soll den Zuschauer etwas angehen. Die Spielweise ist sehr direkt, will das Publikum erreichen. Die Leute sollen sich mit dem Thema beschäftigen. Dass wir das erreicht haben, zeigt zum einen die Resonanz nach den ersten Aufführungen und dann die Tatsache, dass es die Inszenierung bereits seit vier Jahren gibt, es wurde und wird gespielt.
- Den Akt der Selbstverletzung, das Ritzen, überträgt das Mädchen via WebCam ins Internet. Wieviel Voyeurismus steckt dahinter. Wieviel Voyeurismus braucht "Ritzen" auf der Bühne?
Ziemlich viel. Dieses Mädchen sucht einen Kontakt ? egal welcher Art. Sie ist verloren und will Kontakt zur Außenwelt aufnehmen. In der Realität hat sie dazu keine Möglichkeit. Deshalb treibt sie dieses Spiel auf die Spitze, ins Extreme.
- Für das Stück hast Du den Nachwuchspreis für Theaterregie der Hamburgischen Kulturstiftung bekommen ? würdest Du es heute noch mal genauso inszenieren?
Ja auf jeden Fall. Wir machen es genauso, wie bei der Uraufführung vor vier Jahren. Es stimmt nicht ganz, dass ich den Preis nur für "Ritzen" bekommen habe. Das wurde so interpretiert, auch in den Medien. Das Stück war gerade sehr aktuell, hat sicherlich dazu beigetragen. Aber eigentlich wurde mit dem Preis meine gesamte Arbeit ausgezeichnet.
- Nach Deiner Uraufführung ist Ritzen in vielen Inszenierungen wie etwa von Wilma Gier oder Radoslav Tcherniradev auf vielen deutschen Bühnen gelaufen. Warum findet "Ritzen" Autor Walter Kohl Deine Inszenierung am besten?
Das muss man ihn fragen. Aber ich glaube, er war zum einen sehr zufrieden mit unserer Arbeit und zum anderen war es die erste szenische Umsetzung seines Textes überhaupt. Dass er uns mag zeigt auch, dass er seine österreichischen Kontakte immer an uns weitergegeben hat. Etwa was Festivals angeht. An dieser Stelle schöne Grüße an Walter Kohl ? vielleicht sehen Sie das Stück auch noch in weiteren vier Jahren auf der Bühne.
- Der 1953 in Linz geborene Walter Kohl ist freier Schriftsteller. Er gehört der Grazer Autorenversammlung an und ist Gründungsmitglied der Nenzinger Gruppe. Wie siehst Du ihn als Autor?
Wie gesagt kenne ich nicht alle seine Arbeiten. Aber ich kenne ihn als Mensch ? ein super Typ, der seine Arbeiten sehr tief analysiert. Wir haben im Juni wieder ein Gastspiel in Österreich. Ich freue mich schon, ihn zu sehen.
- Österreichische Texte auf deutschen Bühnen sind selten der Fall. Warum stößt Kohls Text hier auf solches Interesse?
Weil er gut ist wahrscheinlich. Ich weiß nicht. Aber das stimmt auch nicht ganz. Es gibt große österreichische Stars auf deutschen Bühnen ? wie Werner Schwab, Thomas Bernhard und natürlich Elfriede Jelinek ist nur ein Beispiel. Für Newcomer ist es vielleicht schwer, aber insgesamt kommen wunderbare Autoren aus Österreich.
- Gloria war 14, als sie die 14-jährige Fritzi zum ersten Mal spielte. Heute ist sie 18, ihr seid als Gastspiel in Münster und Düsseldorf ? haben sich die Proben verändert, nähert Ihr Euch dem Stück noch einmal neu? Geht Ihr anders damit um?
Ein bisschen vielleicht. Gloria ist jetzt 18 ? es gibt neue Fragen. Sie muss das 14-jährige Mädchen ein bisschen darstellen, weil sie eben nicht mehr selbst 14 ist. Aber im Grunde hat sie sich äußerlich nicht so sehr verändert. Bei der Premiere vor vier Jahren hatte sie pinke Haare. Ich habe versucht, sie zu überreden, das wieder zu machen. Bisher leider ohne Erfolg.
| Interview mit Gloria Brillowska 
- Als Du gefragt wurdest, "Ritzen" zu spielen warst Du 14 Jahre alt. Kurz vorher hatte eine 25-jährige Schauspielerin den Stoff gerade als "zu heftig" abgelehnt. Warum hast Du Ja gesagt.
Ich habe das nicht als zu heftig empfunden, weil ich zu der Zeit eine Freundin hatte, die auch geritzt hat. Ich war also im Privatleben damit konfrontiert und hatte außerdem Lust, das Stück zu spielen.
- Wie nah oder fern ist Dir die 14-jährige Fritzi, die Du auf der Bühne spielst? Kannst Du sie verstehen? Nachvollziehen, was in ihr vorgeht?
Ich kann verstehen, was sie erzählt. Das ist natürlich ziemlich hart. Nachvollziehen kann ich nicht, wie man Gefühle äußern kann, indem man sich ritzt. Dieses Problem habe ich einfach nicht. Trotzdem kann ich gewisse Reaktionen von ihr nachvollziehen.
- Hast Du für die "Ritzen-Vorlage", die "echte Fritzi" irgendein persönliches Gefühl? Mitleid, Verachtung, Unverständnis?
Mitleid natürlich, weil einfach sehr hart ist, was sie erlebt und erlebt hat. Verachtung auf gar keinen Fall und auch kein Unverständnis. Ich kann nur, wie schon gesagt, nicht nachvollziehen, warum sie ihre Gefühle in dieser Form nach außen trägt. Einzelne Reaktionen wiederum sind mir sehr verständlich.
- Wieviel Gloria Brillowska als Person kriegt das Publikum zu sehen?
Das Publikum kriegt nur soviel zu sehen, wie ich mich nach außen gebe. Ich würde nicht agieren wie sie. An den lauten Stellen, in den Szenen wo Fritzi ausrastet, spiele ich das so, wie ich in so einer Situation eben auch "ausrasten" würde. Deshalb sind es vielleicht nur 10 Prozent Gloria Brillowska.
- Ihr nehmt das Stück jetzt nach längerer Pause wieder auf. Wächst Du nochmal neu in die Rolle hinein, siehst Du neue Perspektiven?
Ich finde es jetzt natürlich schwerer, eine 14-Jährige zu spielen und habe mich auch ein stückweit entfernt. Ich bin bestimmt nochmal irgendwie neu in die Rolle hineingewachsen ? und versuche dabei immer, mein Bestes zu geben.
- Die vier Jahre zwischen 14 und 18 sind ein großer, ein wichtiger Schritt. Wie und in welchen Bereichen hast Du Dich verändert?
Äußerlich vor allem. Bei der Premiere vor vier Jahren hatte ich zum Beispiel pinke Haare. Jetzt bin ich erwachsener. Früher war Fritzi mir irgendwie näher. Wie ich mich tatsächlich verändert habe, kann sicherlich nur jemand von außen richtig sehen.
- Wie waren die Proben ? ganz am Anfang und jetzt? Findest Du Ideen von Dir in der Inszenierung wieder?
Als Branko mich damals fragte, ob ich die Fritzi spielen könne, waren noch drei Wochen Zeit bis zur Premiere. Wir haben jeden Tag geprobt, eine ziemlich harte Zeit. Jetzt habe ich das Stück schon so verinnerlicht und im Hinterkopf gespeichert, dass es nicht so schwerfällt, auch eigene Ideen wiederzufinden. Zum Beispiel die Musik habe ich mit ausgesucht. Sowas habe ich damals gern gehört ? und finde ich übrigens auch heute nicht schlimm. Ich mag die Musik des Stücks immer noch sehr gern, auch wenn ich sie privat nicht mehr oft höre. An verschiedenen Stellen ? zum Beispiel das mit der Zigarette ? sind Ideen von mir eingeflossen.
- Was ist Deiner Meinung nach die wichtigste und zentrale Aussage des Stücks?
Die zentrale Aussage ist für mich klar: Wenn Jugendliche keine Liebe bekommen sondern statt dessen Geld oder was auch immer in den Arsch gesteckt kriegen, gehen sie daran kaputt. Ihre Hoffnung suchen sie dann woanders.
- Glaubst Du, "Ritzen" kann Mut machen?
Nein, es kann keinen Mut machen. Es ist depressiv und ohne Happy End. Es kann nur Mut machen, indem es abschreckt. Zeigt, wozu alles führen kann.
- Walter Kohl stieß über eine Zeitungsnotiz auf das Mädchen, deren Worte später zur Textgrundlage für "Ritzen" wurden. Er sprach mit ihr und schrieb aus den Erzählungen des Mädchens einen Monolog ? "Ritzen". Würdest Du sie gerne kennen lernen?
Ja, wahnsinnig gerne. In Österreich habe ich erfahren, dass sich das Mädchen unsere Aufführung angesehen hat, aber gleich nach Schluss verschwunden ist. Sie war zu dem Zeitpunkt schon 19 und über alles hinweg. Ich hätte wirklich gern mit ihr gesprochen.
- Schule, Drogen, Eltern, miese Typen ... In "Ritzen" kommt die 14-jährige Fritzi mit ihrer Welt nicht zurecht, zerbricht fast an ihr. Welches ist Dein Rezept, mit schwierigen und negativen Phasen oder Seiten des Lebens klarzukommen?
Viel schlafen, Schokolade, Pfannekuchen und gute Freunde.
- Welches ist für Dich auf der Bühne der schwierigste Part an dem Stück?
Ganz am Anfang waren für mich die Szenen am schwersten, in denen Fritzi so aus sich rausgeht, laut wird, die ganzen heftigen Sachen sagt. Mittlerweile finde ich den Anfang zu spielen am schwersten. Da sind bei der Wiederaufnahme für mich die größten Probleme entstanden. Der erste Eindruck muss stimmen, das Publikum soll verstehen ? und dieser Funke, diese Energie überspringen.
- Wie wichtig ist das Internet für die Geschichte? Gibt es Fritzi eine neue Dimension? Kannst Du so eine Art von anonymer Kommunikation nachvollziehen?
Das Internet ist zentral wichtig. Es gibt Fritzi keine neue Dimension, sondern ist ihre einzige. Sie kann nur über das Internet kommunizieren. Die Art von Kommunikation kann ich nicht wirklich verstehen, weil mich diese Anonymität nicht interessiert. Ihre Reaktionen hingegen kann ich, wie gesagt, an einigen Stellen nachvollziehen.
- Als Schauspielerin hast Du viel Lob für "Ritzen" bekommen. Hast Du Zukunftspläne mit der Schauspielerei?
Wenn, dann nur als Hobby. Ich habe vor, Filmwissenschaften zu studieren. Falls sich aber in Richtung Schauspielerei noch irgendwas ergeben sollte, fände ich das gut und es würde mir bestimmt Spaß machen. Eigentlich habe ich aber was anderes vor.
- Ein neues Stück, eine neue Rolle ? was fändest Du spannend, welchen Charakter, welche Rolle würdest Du gern mal spielen?
Ich finde Jugendtheater schon spannend, das macht mir Spaß. Aber ich hätte auch große Lust, mal in einem echten Klassiker zu spielen ? vielleicht eine 30-Jährige, oder einen kleinen dicken Mann.
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Aufführungen:
Münster, Theater im Pumpenhaus, 20.3., 20:00Uh Forum Freies Theater Düsseldorf, 23.,24.3., 20:00Uhr |  |  |  | |
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